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🚶‍♀️Wenn Kranksein zum kleinen Rückzug wird

Eine Erkältung kommt selten mit einer Einladung.

Plötzlich wird aus dem Spaziergang zum Briefkasten eine kleine Expedition. Die Decke wird zum Lieblingsort und der Weg vom Sofa zur Küche fühlt sich manchmal erstaunlich weit an.

Und irgendwie ist das auch schön.

Denn wenn wir krank sind, haben wir einen gesellschaftlich anerkannten Grund, uns zurückzuziehen.

Wir dürfen uns ausruhen.
Wir müssen nichts leisten.
Wir müssen niemandem erklären, warum wir heute lieber zu Hause bleiben.

Und vielleicht brauchen wir genau das manchmal.

Aber:

Wenn die ersten Tage vorbei sind und die Energie langsam zurückkommt, kann dieser Rückzug plötzlich schwer wieder zu verlassen sein.

Vielleicht kennst du dieses Gefühl auch aus anderen Situationen: Man war lange im Rückzug und irgendwann fühlt sich der erste Schritt nach draußen riesig an.

Dabei ist er kein Schritt zurück ins Leben.

Er ist einfach der nächste Schritt.

Wenn du wieder zu Kräften kommst

Frag dich nicht:
„Was muss ich jetzt wieder alles schaffen?“

Frag dich:

„Was kann ich heute wieder tun?“

  • das Fenster öffnen und ein paar Minuten die frische Luft spüren
  • kurz vor die Tür gehen
  • einen kleinen Spaziergang machen
  • wieder selbst einkaufen gehen
  • jemanden anrufen
  • den Alltag langsam wieder aufnehmen

Du musst nicht dort weitermachen, wo du aufgehört hast. Du darfst dort weitermachen, wo du heute bist. Schritt für Schritt.

Vielleicht ist das die schönste Seite einer Krankheit: Sie erinnert uns daran, dass Ausruhen kein Versagen ist.

Und wenn wir wieder gesund werden, müssen wir nicht sofort losrennen.

Wir dürfen langsam wieder anfangen.

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